DER DARM ALS BUNTER LEBENSRAUM

Auf gute Nachbarschaft: Viele Billionen Kleinstlebewesen besiedeln unsere größte Hormondrüse. Sie wirken sich auf unsere Gesundheit und sogar die Stimmung aus.

REGER AUSTAUSCH: DARM-HIRN-ACHSE
Unser Darm hat ein eigenes Nervensystem, das über Hormone und andere Botenstoffe mit unserem Gehirn kommuniziert. Zustand und Vielfalt des Mikrobioms im Darm beeinflussen Psyche, Emotionen und Gedanken! Kurzum: Geht’s den Bakterien gut, geht’s auch uns gut.

REZEPT: BELEBENDER KEFIR-DRINK
Mit fettreicher Kuhmilch zubereitet verwandelt sich der gesundheitsfördernde Kefirpilz in einen ebenso erfrischenden wie bekömmlichen Drink.
Und so wird’s gemacht: Kefirpilz abseihen u. mit lauwarmem Wasser waschen. 1/2 l abgekochte und auf 20 Grad abgekühlte Milch mit der empfohlenen Menge des Pilzes in ein penibelst reines Gefäß geben, sodass 1/3 frei bleibt, und luftdicht verschließen. Nach 12 – 24 Stunden bei Raumtemperatur ist der Kefir genussfertig. Im Kühlschrank aufzubewahren. Wohl bekomm’s!

Unser Körper steckt voller Überraschungen.
So beherbergt dieser mehr Bakterien als Körperzellen. Ein bis zwei Kilo machen diese Mikroorganismen aus, die vor allem unseren Darm besiedeln. Ekelhaft? Nein, sehr willkommen! Denn der Darm erfüllt drei
lebenswichtige Aufgaben – Aufnahme von Nährstoffen, Entgiftung und Immunabwehr – wobei ihn diese kleinen Helfer tatkräftig unterstützen. Die Darmflora, die Gesamtheit der Kleinstlebewesen, besteht
hauptsächlich aus Bakterien und überzieht die ganze Darmschleimhaut, die mit ca. 200 m² etwa so groß ist wie ein Tennisplatz. Stämme wie Lactobacillus casei, Lactobacillus acidophilus und Bifidobacterium bifidum wohnen hier mietfrei, tragen dafür aber zum Wohlbefinden des Vermieters bei. Indem sie etwa Milchsäure produzieren, senken sie den pH-Wert des Darmmilieus. Das erleichtert den Verdauungsenzymen die Arbeit, verbessert die Aufnahme von Mineralstoffen und vermindert die Freisetzung krebserregender Substanzen. Nützliche Bakterien stimulieren zudem das Immunsystem und stärken die Darmwand, unsere natürliche Barriere gegen Krankheitserreger. Wir ziehen also viele Vorteile daraus, ihnen ein schönes Zuhause zu bieten.

Nahrung für die kleinen Helfer

Bakterien müssen regelmäßig zugeführt werden, denn ein Teil verlässt uns bei jedem Stuhlgang, andere verhungern – aus Mangel an geeigneter Nahrung. Ihr Überleben sichern wir mit Ballaststoffen, speziell aus Hülsenfrüchten und Gemüse wie Chicorée, Topinambur, Pastinaken, Artischocken, Schwarzwurzeln und Spargel. Auch Ballaststoffe aus Roggen oder Hafer regen gezielt Wachstum und Aktivität unserer Helfer an. Während zu viel tierisches Eiweiß, Zucker und Weißmehlprodukte die Darmflora dezimieren, sorgt Abwechslung mit verschiedenen Obst- und Gemüsesorten für größere Vielfalt bei den Bakterienstämmen. Kochen wir tärkehaltiges
wie Kartoffeln, Nudeln und Reis, kristallisieren die Stärkemoleküle beim Auskühlen teilweise. Auch nach dem Wiederaufwärmen können sie den Dünndarm unverdaut passieren und unbeschadet den Dickdarm erreichen, um als Präbiotika die Bakterien zu nähren.

PROBIO 6 KAPSELN
Gute Bakterien für den Darm. Natürliche Darmbakterien in probiotischen, bioaktiven Kulturen fördern eine vielfältige und ausgeglichene Darmflora. Mit sechs ausgesuchten Bakterienstämmen unterstützen die Kapseln das Immunsystem und tragen zu mehr Wohlbefinden bei.

PROTEIN PLUS GETRÄNKEPULVER
Eiweiß aus Erbse und Hanf.
Ausgewogene Aminosäuren unterstützen den Stoffwechsel. Inulin aus der Zicchorienwurzel nährt die hilfreichen Darmbakterien und bringt sie in Balance. Vegan.


TIPP PRÄ- ODER PROBIOTISCH?
Präbiotika nähren gute Darmbakterien, sie fördern ihre Aktivität und pflegen ihren Lebensraum. Probiotika hingegen enthalten selbst widerstandsfähige Bakterien, die lebend den Dickdarm erreichen. Durch Gärung von Essig- oder Milchsäure entstehen probiotische Lebensmittel, z. B. Sauerkraut, Kefir und Kombucha. Manchen Joghurt- und Milchprodukten werden extra lebende Stämme von Bifidobakterien oder Laktobazillen zugesetzt, diese sind jedoch nicht vermehrungsfähig.

Nehmen wir Probiotika zu uns, brauchen diese auch Nahrung – in Form von Präbiotika. Nur wenn das Verhältnis ausgewogen ist, können wir gesundheitlichen Nutzen daraus ziehen. Wem probiotische Lebensmittel nicht schmecken oder wer Milchzucker nicht verträgt, kann auf Probiotika in Arzneiform ausweichen, die sich auch nach der Einnahme von Antibiotika zur Darmpflege empfehlen.

Linda Siegesleitner, PKA –
Team Riedberg Apotheke


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